| Anti, Anti, Antifa! - Warum DAGEGEN und WOFÜR? | | Drucken | |
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„Chaoten“, „Schwarzer Block“, „Steineschmeißer“ - das sind Beschreibungen, die in den Medien als Synonym für Autonome, Radikale und besonders für „Die Antifa“ genutzt werden. Inhaltlich losgelöst werden oftmals nur Bilder gezeigt, die geeignet sind, um Klischees, zu (re-) produzieren. Doch Wer oder Was ist das denn „Die Antifa“ und: Was wollen die eigentlich?
Zunächst einmal: „DIE Antifa“ gibt es überhaupt nicht, sie bietet lediglich eine Möglichkeit sich politisch zu engagieren. Die Antifa ist keine ideologische Sekte, die einem wahren Glauben oder Vorbild folgt. Und so gibt es unter den verschiedenen Antifa-Gruppen inhaltlich die vielfältigsten Ansichten, genau so wenn es um Wege und Mittel der politischen Arbeit geht. Was sich aber festhalten lässt ist, dass sich alle Antifa Gruppen in der „Linken“ bzw. „emanzipatorischen“ Politik verorten lassen. Allgemein gesagt geht es darum, für eine Gesellschaft einzutreten, in der der Mensch nicht unterdrückt wird, sondern sich selber bestimmt, sich individuell entwickeln kann und sein gesellschaftliches Zusammenleben selbstständig organisiert. Daran messen „wir“ die vorherrschenden Verhältnisse. Antifaschistische Arbeit ist ein abstraktes weites Feld um politische Inhalte etwas konkreter zu fassen. Wogegen genau und warum überhaupt dagegen, dafür soll dieser Text einen Denkanstoß geben. Gegen etwas zu sein bedeutet im Übrigen nicht, dass immer genau das Gegenteil davon gewünscht ist. Gegen etwas zu sein bedeutet zunächst, dass etwas ANDERS werden soll. Wir sprechen dabei auch von Negation, wie verneinen einen bestimmten Umstand um aus daraus etwas Besseres herzustellen. An Hand der konkreten Dinge in dieser Welt, in dieser Gesellschaft, können wir sagen: „So aber nicht!“ Da zwei Seiten die Themen hier nur kurz umreißen können, empfehlen wir euch einen Blick auf unsere Homepage www.antifa-cottbus.de, wo ihr interessante Literaturvorschläge zum Weiterlesen finden könnt. Diese beleuchten einzelne Themen nicht nur umfassender, sondern setzen sie auch in einen genaueren, wissenschaftlichen Kontext. Eine erste Anregung, bevor ihr und wir wirklich ins Thema einsteigen: Seid immer kritisch mit den Inhalten, die euch in der Schule, an der Uni, auf der Arbeit oder in den Medien vermittelt werden. Das Gleiche gilt für das Material, welches wir Euch in die Hand geben. Auch wir haben die Wahrheit nicht mit Löffeln gefressen. Hinterfrage immer, woher du eine Meinung hast und warum du sie hast. Nun wollen wir aber anfangen, die einzelnen Anti-Haltungen und damit verbundene Ideen und Ziele inhaltlich zu beleuchten. Den Anfang soll der Begriff machen, von dem die Antifa ihren Namen ableitet: der Antifaschismus. » Anti-Faschismus - Gegen die Ideologie der Ausgrenzung und Gewalt « Die erste politische Bewegung, die sich als faschistisch bezeichnete, war die Bewegung, die unter Mussolini an die Macht kam: die Faschisten. Der Name der Bewegung stammte aus dem alten Rom, wo so genannte Liktoren vor wichtigen Personen Rutenbündel als Zeichen der Macht trugen. Als faschistisch werden aber auch viele andere Bewegungen bezeichnet, so die Nationalsozialisten, die Diktatur unter General Franco in Spanien und verschiedene Bewegungen in Asien und Südamerika. Die italienische Entwicklung diente den deutschen Nationalsozialisten teilweise als Vorbild, so dass Faschismus und Nationalsozialismus teilweise gleichbedeutend verwendet werden. Gemeinsam ist ihnen eine charismatische, autoritäre Führerfigur, die strikte Unterwerfung unter das Führerprinzip und der hierarchische Aufbau der politischen Organisation; weiterhin das rechtsextreme, offen rassistische und fremdenfeindliche Gedankengut. Wesentliche Voraussetzung für den Aufschwung des Faschismus, sowie des Nationalsozialismus, waren die ökonomische Verelendung großer Teile der Bevölkerung und die Auflösung der politischen Werteordnung. Die faschistische Ideologie baut im Kern also auf Gewalt und Ausgrenzung „Anderer“ auf. Nur so kann ein Gemeinschaftsgefühl entstehen. Die (Neo-)Nazis in Deutschland nennen das „Volksgemeinschaft“. » Anti-Nationalismus – Nationalismus hält den Mob zusammen « „Wir sind Papst!“: Nationalismus tönt auch noch in unserer heutigen Zeit jegliche persönliche Wahrnehmung nationalfarben – Kunst, Kultur, Sporterfolge, Wachstumsraten, Entführungsopfer und Bildungsmiseren – sie alle werden zu Aspekten einer national schematisierten Aufteilung der Welt in „Eigenes“ und „Fremdes“. Von der Konkurrenzfähigkeit der nationalen Staaten hängen Bildungschancen, Arbeitsplätze, ökonomischer Wachstum, öffentliche Dienste und staatliche Transferleistungen ab. Die objektive Abhängigkeit des Individuums vom Schicksal „seines“ Staates in der Weltmarktkonkurrenz vermittelt sich dem Alltagsbewusstsein als selbstverständliche und unhintergehbare Voraussetzung individueller Existenz. Dieser gesellschaftlich produzierte Schein einer „naturwüchsigen“ Zusammengehörigkeit von Individuum und Staat stiftet eine gefühlte Gewissheit nationaler Identität. Die Euphorie der nationalen Gemeinschaft bildet ein ideologisch versöhnendes Gegengewicht zum notwendigen Argwohn, mit dem sich Individuen in ihrer alltäglichen Konkurrenz begegnen müssen. Im Gegensatz zu ihrer tatsächlichen privaten Vereinzelung und Ohnmacht erleben sie sich als kollektiv handlungsfähig. » Gegen Rassismus und Antisemitismus – „Rassismusist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden des Opfers, mit der seine Aggression gerechtfertigt werden soll.“ « Rasse ist ein biologischer Begriff, der darauf verweist, dass es von einer Spezies oder Gattung (z.B. den Tieren) mehrere verschiedene Arten oder Rassen gibt, die sich durch vererbliche äußerliche Merkmale unterscheiden lassen. Der politische und soziale Rassismus nimmt diese äußerlichen Merkmale auf, überhöht sie in Bezug auf die eigene „Rasse“ und wertet sie in Bezug auf andere Menschen ab; er fördert damit das Überlegenheitsgefühl und erzeugt Vorurteile, Ablehnung und Feindseligkeit gegenüber Anderen. Alle Formen des Rassismus übersehen (bzw. leugnen), dass die Spezies Mensch zwar über bestimmte erblich erworbene Anlagen verfügt, die aber immer in der politischen, sozialen und ökonomischen Umwelt geformt werden. Der Rassismus bestreitet einer Gruppe aufgrund ihrer biologisch und/oder kulturell begründeten Fremdheit den Anspruch auf elementare Menschen- bzw. Bürgerrechte sowie die Menschenwürde. Sein inhumaner Charakter besteht darin, dass er Menschen (anderer Hautfarbe oder Herkunft) nicht als Persönlichkeiten mit eigenen Anlagen, Begabungen und Interessen, sondern nur als Mitglied einer Gruppe, ihrer „Rasse“ oder ihres „Kulturkreises“, ansieht und ihnen damit jede individuelle, über deren vermeintliche Kollektiveigenschaften hinausweisende Entwicklungsmöglichkeiten abspricht. Eine eigene Form des Rassismus stellt der Antisemitismus dar. Darunter versteht man vorrangig die Feindlichkeit gegenüber Juden. Der Begriff Antisemitismus kam 1879 durch die organisierte judenfeindliche Bewegung in Deutschland auf. Der Antisemitismus hat aber noch eine andere Qualität, denn er unterstellt immer eine (Welt -)Verschwörung der Anderen – der Juden. Während des Nationalsozialismus führte der politisch und staatlich betriebene Antisemitismus bis zum industriell ausgeübten Massenmord mit dem Ziel der systematischen Vernichtung der europäischen jüdischen Bevölkerung.
» Gegen Rechtsextremismus – „Die Mehrheit der Menschen, die rechtsextremen Aussagen zustimmt, wählt übrigens klassische Parteien und nicht die NPD. Ausländerfeindlichkeit ist die Einstiegsdroge zum Rechtsextremismus.“ « Rechtsextremismus bezeichnet eine politische Einstellung, welche sich insbesondere durch Antisemitismus und Rassismus auszeichnet, die sie in biologistischen und sozialdarwinistischen Theorien begründen. Charakteristisch für den Rechtsextremismus sind Intoleranz, der Glaube an das Recht des Stärkeren, sowie Militarismus, „Führertum“ und Unterordnung. Oft ist damit in unserer Region eine Verherrlichung des NSStaates als Vorbild verbunden. Einher geht damit die Negierung bzw. Verharmlosung der NS-Verbrechen. In rechtsextremen Strömungen werden Nationalismus und Faschismus in ihren aggressivsten Formen ausgelebt. Die menschenverachtende Ideologie der Rechtsextremen entlädt sich häufig in rassistischen Straftaten, die sich gegen Minderheiten allein wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit richten. Auch politische Gegner gehören zu ihrem Feindbild und werden verfolgt. Selbstverständlich können in dieser Denkrichtung alle diese Eigenschaften in unterschiedlicher Intensität getroffen werden, so dass wir weichere und härtere Formen von Rechtsextremismus vorfinden. » Anti-Sexismus – Alle Menschen sind gleichberechtigt!? « „Männer auf die Jagd - Frauen an den Herd“ hieß es früher und manche denken noch heute so. Was als naturgegeben schien ist eben auch nur menschliche Vorstellung. Geschlechtlichkeit und alles, was damit zusammenhängt, wie beispielsweise die sexuelle Ausrichtung von Menschen, ist ein Bereich, der, wie die gesamte Gesellschaft von Herrschaftsverhältnissen geprägt wird. Diese Verhältnisse ändern sich fortwährend, aber einige ihrer Grundmerkmale sind höchst beständig: Individuen werden anhand angeblich biologischer Eindeutigkeiten in zwei Geschlechter eingeteilt. Diesen werden unterschiedlich privilegierte Orte in der Gesellschaft zugewiesen. Sie befinden sich also in einem hierarchischen Verhältnis zueinander, in dem Frauen in weniger machtvollen Positionen sind als Männer. Meist wird dieses Verhältnis aber nicht als Ungleichheit, sondern als elementare Eigenheit der Geschlechter angesehen. Das hängt damit zusammen, dass die geschlechtliche Eindeutigkeit und Heterosexualität mit dem Rückgriff auf den Körper als Naturgesetz dargestellt wird, da die Vorstellung vom Körper als natürlich und nicht durch den gesellschaftlich geprägten Blick wahrgenommen vorherrschenden ist. Denn das Geschlechter existieren und für Jede und Jeden in ihrem/seinem Alltag höchst relevant sind, bedeutet nicht, dass sie einen wesenhaften Ursprung haben. Um den gesellschaftlichen Hintergrund bei der Herstellung diese Systems deutlich zu machen, gebraucht man den Begriff Gender, der das Geschlecht sozial und nicht biologisch bestimmt. Die Zurichtung auf Männlich- oder Weiblichkeit ist jedoch nicht nur ein aufgezwungenes Ordnungsprinzip, sonder das „eigene Geschlecht“ wird meist angenommen, zum wesentlichen Merkmal unserer Identität und geht so in das geschlechtsentsprechende Handeln über. So wird es von anderen, aber auch von uns selbst immer wieder neu konstruiert. Das es Männer und Frauen gibt und welche Rollen diese haben, ist also der Effekt der körperlichen Unterscheidung von Individuen nach gesellschaftlichen Vorstellungen, von Machtstrukturen in denen wir leben und uns organisieren müssen, und der darin entwickelten Persönlichkeit und Sexualität. » Anti-Kapitalismus – „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen!“ (Max Horkheimer) « In den Jahrhunderten seiner Entfaltung hat der Kapitalismus unermesslich leistungsfähige und differenzierte Industrien hervorgebracht. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit sind ihre technischen Kenntnisse und produktiven Fähigkeiten derart sprunghaft gestiegen. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte verfügt sie über die Mittel, um alle Menschen vor Hunger und vor den meisten Krankheiten zu schützen. Und mit jedem Tag erwirbt sie neue Fertigkeiten, die das Leben aller Menschen verlängern und verschönern könnten. Doch die Jahrhunderte des Kapitalismus sind zugleich randvoll mit organisierter Gewalt, massenhaftem Elend und einsamer Verzweiflung. An der Spitze dieser zivilisierten Barbarei stellte sich die nationalsozialistische deutsche Gesellschaft mit Vernichtungskrieg und Holocaust. Und während die kapitalistischen Zentren periodisch auf den ewigen Frieden in ihren Gefilden anstoßen, sterben abseits die Menschen noch immer wie die Fliegen durch längst vermeidbare und heilbare Krankheiten und im Kampf um verwertbare Ressourcen. Die sichtbaren Leichenhaufen der kapitalistischen Welt sind aber nur Exzesse ihrer alltäglichen Irrationalität. An die Stelle der Abhängigkeit von der Natur vorindustrieller Gesellschaften ist eine neue, bezwingende Abhängigkeit getreten. Produziert wird nicht in gesellschaftlicher Selbstbestimmung nach bewussten Zwecken und ausgehend von grundlegenden Bedürfnissen. Produziert wird unter den Zwängen der Kapitalverwertung, unter einem “Ungerechtigkeit“ und sozialer Ausschluss sind in einer Weltordnung, die auf Konkurrenz und Ausbeutung beruht, keine zufälligen Vorkommnisse, sonder systematisch angelegt. Ökonomische und soziale Krisen sind kaum jemals auf falsche Politik zurückzuführen. Sie sind schlicht und ergreifend die Art und Weise, wie sich kapitalistische Konkurrenz als System gesellschaftlicher Herrschaft reguliert. Das beste Beispiel dafür ist die derzeit herrschende Finanzkrise, die doch im Kern eigentlich eine Systemkrise ist. » Anti-Militarismus - „Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.“ « Militarismus bezeichnet die Vorherrschaft militärischer Wertvorstellungen und Ziele in der Politik und im gesellschaftlichen Leben, wie sie bspw. durch die einseitige Betonung des Rechts des Stärkeren und die Vorstellung, Kriege seien notwendig oder unvermeidbar, zum Ausdruck kommen. Diese werden durch ein strikt hierarchisches, auf Befehl und Gehorsam beruhendes Denken vermittelt. Militarismus äußert sich z.B. durch (häufige, groß angelegte) öffentliche Aufmärsche oder die Organisation vielfältiger vor- und paramilitärischer Ausbildungen. Staatliche Militarisierung ist dabei kein Phänomen kapitalistischer Weltwirtschaft. Kriege gab es fast immer und fast immer wurden ähnliche Zwecke verfolgt. Dabei wurde z.B. um Ressourcen und/oder den Ausbau der eignen Vormachtstellung gekämpft. Innerhalb der vorherrschenden kapitalistischen Wirtschaftsweise zeigt sich heute aber auch, dass diese das Versprechen von Wohlstand und Entwicklung nicht ein hält. Das führt dazu, dass der gesellschaftliche Zusammenhang, aber auch der zwischen Staaten zunehmend gewalttätig, in letzter Konsequenz militärisch, hergestellt wird. Die Interventionen der westlichen Nationen (v.a. NATO-Staaten) folgen dieser Logik. Als Reaktion auf den zunehmenden Hunger und das Elend für immer größere Teile dieser Welt, sowie die knapper werdenden Ressourcen, etabliert die so genannte westliche Staatengemeinschaft eine vielschichtige Sicherheitsarchitektur. Diese schottet nach Außen ab – mit Grenzregimen, Lagern, Zäunen – und sichert zugleich mit Interventionen den Zugriff auf Rohstoffe und freie Handelswege. Es wird betont, dass Deutschland „als rohstoffarmes, exportorientiertes Land auf Stabilität und Sicherheit angewiesen“ sei. Diese Sicherheitsarchitektur dient zwar der Absicherung und Durchsetzung ökonomischer Interessen, sie ist aber nicht nur ökonomisch erklärbar, da auch immer Versatzstücke anderer Ideologien und Herrschaftsmechanismen (wie z.B. Rassismus) Rückwirkungen auf staatliches Handeln haben. Legitimiert werden die aktuellen Kriegseinsätze u.a. mit der Verbreitung von Demokratie und Menschenrechten. Der Rückgriff auf diese Verbreitung ist dabei nicht als Vorwand zu verstehen, um ökonomische Interessen urchzusetzen. Sie ist Ausdruck einer postkolonialen Weltsicht, welche die eigenen Werte für überlegen hält. Unabhängig davon, ob man die westliche Demokratie als nachahmenswert erachtet, impliziert die Annahme, dass sie zu verbreiten sei, immer eine Hierarchie zwischen „dem Westen“ und „den Anderen“. Das Menschenbild, welches sich u.a. in diesen Demokratisierungsbestrebungen ausdrückt, weist in seinen Begründungsmustern unmittelbare Überschneidungen mit den Ideologien der Sklaverei und des Kolonialismus auf. Ausgangspunkt ist die Annahme, eine eigenständige Entwicklung der „Anderen“ sei unmöglich, weshalb aufklärerisch eingegriffen werden müsse. Dieser postkolonialen Ideologie dienen westliche Werte nicht als Vorwand - sie sind in integraler Bestandteil der Ideologie. So beinhaltet die Sicherheitsarchitektur die Verbreitung westlicher Werte, der bürgerlichen Demokratie und des Kapitalismus. » FÜR eine herrschaftsfreie Gesellschaft - „die Freiheit des Einzelnen ist die Voraussetzung der Freiheit aller“ « Nach all dem DAGEGEN-sein, fragt ihr euch jetzt vielleicht, was denn die Alternative zu all dem ist. Die Alternative kann nur heißen, die Herrschaft von taat und Kapital, die kapitalistische Ausbeutung samt ihrer wiederkehrenden Krisen, abzuschaffen zu Gunsten einer herrschaftsfreien Gesellschaft. Wir sprechen hier von einer Gesellschaft, die ihre Zwecke bewusst bestimmt und ihre produktive Naturaneignung solidarisch einrichtet, anstatt sich von den Zwängen und Krisen der Verwertung, des Privateigentums und/oder des Staates herumschubsen zu lassen. In der – anders als in der bürgerlichen Gesellschaft - „die Freiheit des Einzelnen die Voraussetzung der Freiheit aller ist“. Eine Gesellschaft, zu der „jedeR nach seinen Fähigkeiten“ beiträgt, und „jedem nach seinen Bedürfnissen“ geschieht. In der der gesellschaftliche Reichtum nicht ökonomisch entwertet wird, nur weil andere noch produktiver arbeiten. In der es also keinen Sinn machen würde, die gesellschaftliche Produktivkraft als Instrument eines Verdrängungswettbewerbs einzusetzen. Dieses Programm ist in einem banalen Sinn „utopisch“: Es lässt sich in der bestehenden Gesellschaftsordnung beim besten Willen nicht „konstruktiv einbringen“. Es sollte aber auch nicht gleich mit Argwohn bedacht werden, denn: „Um für etwas zu kämpfen, muss man es sehr lieben. Um etwas sehr zu lieben, muss man bis zur Verrücktheit daran glauben“ (Che Guevara). In aller Bescheidenheit geht es uns wesentlich darum, diesen wahnsinnig anstrengenden und opferreichen Unsinn des Kapitalverhältnisses und der gesellschaftlichen Konkurrenz loszuwerden, mitsamt der Form des Staates, der diese zwanghafte und konfliktträchtige Ordnung mehr oder weniger autoritär zu regieren und zu steuern versucht. Uns geht es ebenfalls darum, zu reden und wohl auch zu streiten darüber, wie eine gesellschaftliche Praxis jenseits des Teufelskreises von Staat und Kapital aussehen könnte. Doch außer Zweifel steht, dass die gegenwärtige Herrschaftsordnung überwunden werden muss – und mit ihr alle Herrschaft. Ein guter Anfang ist, kritisch zu reflektieren, dass in dieser Welt so einiges schief läuft. Bereits dadurch, dass es an den Pranger gestellt wird, kann in den Köpfen der Menschen und letztendlich auch im Alltag etwas verändert werden.
Also, sei offen und kritisch mit dir und deiner Umwelt! Nun seid ihr sicherlich erst einmal erschlagen von so viel Text. Aber mit Antifa ist eben ein riesiger Themenkomplex verbunden, welcher nicht ganz einfach zu verstehen ist. Des Weiteren möchten wir euch herzlich zur Diskussion mit uns einladen. Durch gemeinsamen Austausch können Themen noch besser verstanden und reflektiert werden. Wir unterstützen euch auch bei der Vorbereitung von Veranstaltungen, wie Vorträge, Konzerte oder Workshops, oder führen sie gemeinsam mit euch durch. Macht euch eure eigenen Gedanken und seid kritisch! Eure Antifa-Cottbus. Wer mehr erfahren möchte, der schaut auf die Seite www.antifacottbus.de oder schreibt uns eine E-Mail: antifa-cottbus[AT]riseup.net. (Öffentlicher PGP-Schlüssel auf der Homepage).
Literaturtipps: Buchreihe von www.theorie.org Theodor W. Adorno - Erziehung zur Mündigkeit
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